

Was HD-Flexo-Zertifizierung, Blockheizkraftwerke und eine immer »grünere« Produktion miteinander zu tun haben
Autor: Detlef Palm
Die Zecher GmbH mit Sitz in Paderborn/D ist ein führender Hersteller von Rasterwalzen und Rasterwalzensleeves. Das Unternehmen ist weltweit für höchste Produktqualität bekannt und genießt darüber hinaus einen sehr guten Ruf wegen der in allen Märkten anerkannten drucktechnischen Anwendungsberatung für Kunden und Maschinenhersteller. Eindrucksvolle Demonstration seiner Leistungsfähigkeit vermittelt das Unternehmen auf der Proflex-Fachausstellung im Rahmen der 64. Fachtagung des Deutschsprachigen Flexodruck Fachverband e.V. (DFTA) in Stuttgart/D sowie auf der Labelexpo Europe 2011, der anerkannten Leitmesse der europäischen Etikettenindustrie, die vom 28. September bis 1. Oktober in Brüssel/B stattfinden wird.

Produkte und Service
In vier Produktionswerken am Firmensitz in Paderborn fertigt Zecher Rasterwalzen und Rasterwalzen-Sleeves, arbeitet gebrauchte Walzen und Sleeves von Kunden auf und bietet als zusätzlichen Service die Vermessung sowie Reinigung von Rasterwalzen aller Hersteller an. Dies gilt gleichermaßen für Keramik- wie Chromrasterwalzen. Nach kundenspezifischen Vorgaben graviert Zecher Chromrasterwalzen sicher reproduzierbar mittels elektromechanischer Gravur (Diamantstichel), während keramikbeschichtete Rasterwalzen und Rasterwalzensleeves mit Hilfe der Lasergravur gefertigt werden.
Schwerpunkt der hohen Service- und Beratungskompetenz des Unternehmens ist die drucktechnische Beratung der Kunden, um den Anforderungen der Anwender mit praxisbezogenen Lösungen zu entsprechen. Hier setzt Zecher voll auf die Kompetenz des Teams von Anwendungstechnikern, die allesamt Experten aus dem Flexo- und Offsetbereich sind und daher die »Tücken« des produktionstechnischen Alltags genau kennen. Eine weitere Serviceleistung ist die drucktechnische Auswertung kundenspezifischer Druckmuster mit dem Ziel der Qualitätsverbesserung.

Kooperation für eine neue Rastertechnologie
Seit Jahren pflegt Zecher eine intensive Zusammenarbeit mit allen namhaften Maschinenherstellern und Endanwendern aus den Bereichen Flexo- und Offsetdruck, Beschichtung, Etikettenherstellung und Wellpappenverarbeitung. Dabei stützt sich das Unternehmen auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit professionellen und in den jeweiligen weltweiten Märkten bestens eingeführten Agenturen.
Die Rastertechnologie HD Flexo wird den Verpackungsdruck tiefgreifend und nachhaltig verändern, sowie sich zweifellos als neuer Standard etablieren. Dies verschafft dem Flexodruck in der Konkurrenz der Verfahren eine verbesserte Position und er kann nunmehr dem Tiefdruck nicht nur kommerziell, sondern auch drucktechnisch Paroli bieten. Zecher hat die Entwicklung von HD Flexo von Beginn an mit Innovationen begleitet. Dies erfolgte sowohl in Zusammenarbeit mit der DFTA, als auch mit Klischeeanstalten und Druckbetrieben.
Bislang unerreichte Vorteile des Tiefdrucks waren weichere Bildzeichnung, größeres Tonwertspektrum und höhere Farbdichte. Mit HD Flexo lassen sich nun die Rasterweiten im Flexodruck erhöhen und gleichzeitig die Größe des kleinsten druckbaren Punktes reduzieren. Dies wird mit Hilfe spezieller Rastertechniken, sowie den Auswirkungen höherer Belichterauflösungen erreicht. Daraus ergeben sich weichere Bildzeichnungen, höhere Rasterfeinheit und ein größerer Tonwertumfang. Typische Flexodruckprobleme wie Verläufe gegen Null und minimale Tonwerte, die zu schlechtem Bildkontrast und unsauberem Erscheinungsbild führten können, mit HD Flexo behoben werden.
Was kann HD Flexo heute schon leisten?
● Deutliche Erhöhung der Druckqualität
● Minimaler Tonwert gegen Null
● Rasterweite Flexodruckform (Etiketten): bis 120 L/cm
● Rasterweite Flexodruckform (Flexible Verpackung): 54–80 L/cm
● Saubere Mitteltöne
● Satte, geschlossene Vollflächen
Basis für diese Rastertechnologie ist die Entwicklung neuer Optiken zur Belichtung der Flexodruckformen. Die Steigerung der Auflösung auf 4000–10.000 dpi ermöglicht deutlich feinere Rasterpunkte, mehr Graustufen bei feineren Rastern und damit wesentlich mehr Detailfeinheit. Diese Verbesserungen wirken sich überwiegend im Bereich von Hochlichtern, sowie in Verläufen und Rasterflächen aus. Grundsätzlch ist es mit HD Flexo nunmehr möglich, auch Tonwerte unter 3% stabil wiederzugeben.
Zecher ist einer der wenigen Hersteller weltweit, der bereits seit Jahren Rasterwalzen für den Flexodruck mit sehr hohen Gravurfeinheiten erfolgreich und sicher reproduzierbar herstellt. Dennoch ist HD Flexo eine neue Herausforderung für das Unternehmen, da die Näpfchen bzw. Zellen der Rasterwalze optimiert ausgebildet werden müssen. Hierfür kommen modernste Lasergravuranlagen mit neuester Technologie zum Einsatz.
Die erfolgreichen, das Qualitätsniveau im Flexodruck erheblich steigernden Entwicklungen, wurden durch EskoArtwork mit der Verleihung des HD-Flexo-Zertifikats gewürdigt. Zecher ist somit einer der ersten Rasterwalzenhersteller, dem dieses Zertifikat durch de führenden Anbieter von Vorstufen-Lösungen für den Verpackungsdruck verliehen wurde. Damit hat sich Zecher erneut gegenüber dem Wettbewerb differenzieren können und wird seine Marktpräsenz mit diesem Gütesiegel weiter ausbauen.

Ein Pionier aus Tradition
Der Übergang zu HD Flexo ist mit den Entwicklungssprüngen vergleichbar, die Zecher zur drupa 1981 mit der vielgerühmten Rasterwalze 140 L/cm F 18,3 mit einem bislang nie erreichten Farbvolumen sowie Mitte der 1990er Jahre mit der Einführung der 255 L/cm gravierten Keramikrasterwalze gelangen. Zu diesen Zeiten erregten derartig feine Gravuren große Aufmerksamkeit und wurden daher ein großer kommerzieller Erfolg.
Aber auch das differenzierte Ausformen bisher bekannter Näpfchenformen für keramikbeschichtete Rasterwalzen und Rasterwalzensleeves wird von Zecher als Neuentwicklung aufgrund entsprechender Kundenanforderungen angesehen. Mit dieser sinnvollen Lösung kann eine bereits im Markt etablierte Gravurform des Hexagons für den Einsatz von Sonderfarben speziell ausgeformt werden. Dies vermeidet das Ausweichen auf offene Gravurformen wie beispielsweise Haschuren und damit sowohl deren potentielle negative Auswirkungen auf Logistik und nachgeschaltete Prozesse im Drucksaal, als auch deren weitaus geringere Stabilität und erhöhten Reinigungsaufwand.

Investition in neue Kapazitäten
Um zukünftig noch schneller und effektiver produzieren und auf Kundenwünsche reagieren zu können, investierte Zecher in den Jahren 2009 und 2010 etwa EUR 2,5 Mio. in neue Fertigungskapazitäten. Nachdem im Jahr 2009 die weltweit erste Installation eines energiestarken 500 W Faserlasers für Schlagzeilen sorgte, hat das Unternehmen mittlerweile drei dieser außergewöhnlichen Lasergravuranlagen im Einsatz. Damit läßt sich eine deutlich verbesserte Näpfchengeometrie sowie höhere Gleichmäßigkeit und Reproduzierbarkeit der Gravur erzielen.
In der im Sommer 2009 fertiggestellten Produktionshalle befinden sich heute zwei neue Keramikbeschichtungsanlagen. Insgesamt verfügt Zecher nunmehr über vier solcher Anlagen. Diese Schlüsseltechnologien des Unternehmens sind selbstverständlich seit langem nach
DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.

Verantwortung für die Umwelt
Neben umfassender und anwendungsbezogener Beratung wird die Verfügung über nachhaltig und umweltbewußt hergestellte Produkte zu einem zunehmend wichtigen Interessensschwerpunkt der Kunden. Dies bezieht sich auch auf so wichtige Maschinenteile wie die Rasterwalze. Zecher investiert daher in neueste Umwelt-Technologien ebenso wie in seine Mitarbeiter in deren Eigenschaft als Know-how-Träger. Interne wie externe Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen sind ein permanenter Prozeß der Vermittlung sowie des Erwerbs von Wissen und garantieren darüber hinaus fundierte Fachkenntnisse aller Anwendungstechniker des Unternehmens.
Im Bereich der Galvanik wurde ein Anionentauscher zur Beseitigung von Perfluoroctansulfonat (PFOS) aus den Abwässern in Betrieb genommen. PFOS ist ein perfluoriertes Tensid, das Chrombädern als Netzmittel zugesetzt wird. Dies ist notwendig, um eine gleichmäßige Benetzung der teils hochkomplexen Bauteiloberflächen zu gewährleisten und damit eine konstant hohe Verchromungsqualität zu sichern. Ein positiver Nebeneffekt dieser Chemikalie ist die Minimierung der Schaumbildung auf der Badoberfläche.
Aufgrund der chemischen Stabilität von PFOS ist ein natürlicher Abbau nahezu unmöglich und die Substanz ist heute selbst in Regionen der Erde nachweisbar, in denen dieser Stoff nie zum Einsatz kam, beispielsweise in Fettdepots von Eisbären in der Arktis. Um der besonderen Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht zu werden, entwickelte Zecher ein spezielles Verfahren, um zu gewährleisten, PFOS bis unterhalb der heutigen Nachweismöglichkeiten zu beseitigen. Dieses Projekt wurde durch das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen begleitet und gefördert. Durch die diesbezüglich enge Zusammenarbeit mit Institutionen wie beispielsweise der Universität Wuppertal ist zu erwarten, daß die bei Zecher erzielten guten Ergebnisse bei der Festlegung zukünftiger gesetzlicher Regelungen entsprechende Berücksichtigung finden und die entwickelte Verfahrenstechnik zum Industriestandard erhoben wird.
Zwei im Januar 2011 installierte Blockheizkraftwerke ergänzen das Bestreben des Unternehmens Zecher, den Beitrag zu nachhaltiger Energieverwendung zu verstärken. Beide Anlagen verfügen über eine elektrische Gesamtleistung von 30 kW, die sowohl dem Eigenbedarf dient, sowie bei Überkapazität ins öffentliche Netzt eingespeist wird. Darüber hinaus nutzt Zecher die entstehende Abwärme für die Erwärmung der Chrombäder in der Galvanik.

Gerüstet für die Zukunft
Mit diesen Investitionen sieht sich das Unternehmen gut gerüstet für die Anforderungen der Zukunft. In Zeiten sich immer mehr angleichender Produkte wird es immer wichtiger, den Kunden ständig über den Standard hinausgehende Sonderleistungen zu bieten. Derartige, im Branchenvergleich überdurchschnittliche, Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit sowie zur nachhaltigen Optimierung von Material-, Personal- und Energieaufwand dienen Zecher als Basis für den weiteren Ausbau der technologischen Marktführerschaft.
Mit berechtigtem Stolz kann das Paderborner Unternehmen darauf verweisen, die zurückliegende Weltwirtschafts- und Finanzkrise ohne Arbeitsplatzverluste überstanden zu haben. Für Zecher sind die Mitarbeiter das höchste wirtschaftliche Gut und die Grundlage des anhaltenden Erfolgs, woraus sich ein entsprechend verantwortungsvoller Umgang ableitet. Dies entspricht auch voll und ganz der Tradition von Kurt Zecher, der das Unternehmen im Jahre 1948 gründete.
Zecher ist überzeugt, mit den genannten unternehmerischen und technologischen Wertvorstellungen die Marktführerschaft auch weiterhin erfolgreich zu behaupten und so dazu beizutragen, als Premium–Hersteller von Farbübertragungswalzen, sowie als Dienstleister und kompetenter Berater den Erfolg seiner Kunden langfristig zu sichern.